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Bin ich nun dominant und habe endlich die Rudelführung in
diesem Haushalt?



Du bist weder dominant noch hast du die Rudelführung ! - Es gibt eine
interessante Studie dazu... hab ich gestern gelesen..



Ein Artikel des Jahres 2009 über eine Studie der Universität Bristol
beschreibt Inhalte dieser Studie zum Thema 
„Dominanz als Erklärung von Hundeverhalten“. 

Der Artikel kann unter folgendem Link eingesehen werden:
http://www.bristol.ac.uk/news/2009/6361.html

Die Inhalte dieser Studie besagen, dass weit verbreitete Meinungen
zum Thema Dominanz und Rangordnung in Frage zu stellen sind.
 
Forscher haben festgestellt, dass die, wie sich herausgestellt hat,
irrigen Meinungen zu diesen Begriffen Ausmaße annehmen, die
sogar als tierschutzrelevant zu bezeichnen seien.
 
Ein weit verbreiteter, jedoch falscher Glaube, beruht auf der Annahme,
dass Hunde versuchen würden, Dominanz und Herrschaft über
Artgenossen und Menschen zu erlangen.

Der falsche Glaube geht sogar so weit, zu behaupten, der
Sozialverband Mensch-Hund sei gekennzeichnet durch eine Rudelstruktur. 

Durch Monate lange Studien und Untersuchungen im Dogs Trust Tierheim,
in denen Verhalten von Hunden in ihrem freien Umgang mit Artgenossen
untersucht wurde sowie durch die Analyse von Daten freilebender
Hunde erhielt man folgende Ergebnisse:  
Beziehungen zwischen Hunden würden sich  auf dem Hintergrund
von Erfahrungen gestalten.
Sie seien  nicht durch den Anspruch auf Dominanz motiviert.  

Folgende Veröffentlichung „Dominance in domestic dogs –
useful construct or bad habit?“ (Dominanz bei Haushunden –
nützliches Modell oder schlechte Angewohnheit?) beschreibt, 
dass es keine Motivation bei Hunden gibt, ihren Platz in der Rangordnung
ihres Rudels zu behaupten.  

Trainingstechniken, die als Rangreduktionstechniken bekannt sind,
würden auf obigen falschen Annahmen basieren und somit eine
große Gefahr darstellen. Diese Gefahr bestehe darin, dass diese
Rangreduktionstechniken Verhalten von Hunden eher noch verschlimmern würden. 

Als Beispiele zu Rangreduktionstechniken werden  von vielen
Hundeschulen und Fernsehhundetrainern den ahnungslosen Hundehaltern
folgende Dinge empfohlen:  

Beispiel 1:
vor dem Hund zu essen oder vor dem Hund durch die Tür zu gehen

Diese Maßnahmen hätten keinerlei Einfluss auf die Hund-Halter-Beziehung. 

Beispiel 2:
Hund auf Rücken werfen, festhalten, Lefzen ziehen, mit Gegenständen
nach ihm werfen

Diese Maßnahmen werden als gefährlich beschrieben, weil sie den Hund
verunsichern und ängstlich machen können sowie gegebenenfalls zu einer
Eskalation von Aggressionen führen können.  

Es wird empfohlen, von diesen falschen und als tierschutzrelevant
bezeichneten Techniken abzulassen und statt dessen dem Hund
Alternativverhalten beizubringen.  

Dr. Rachel Casey, Leiterin der Abteilung  „Companion Animal Behaviour
and Welfare“ der Bristol University, sagt:

„ Die pauschale Annahme, dass jeder Hund durch ein inneres Verlangen
zur Kontrolle von Menschen oder Hunden getrieben wird, ist,
offen gesagt, lächerlich.
Dies unterschätzt in großem Maße die komplexen kommunikativen Fähigkeiten
und Lernbereitschaft von Hunden. Diese Annahme führt ebenso zu
aversiven Trainingstechniken, was tierschutzrelevant ist
und aktuelle Verhaltensprobleme auslöst.“





Es gibt leider immer noch viele Vermutungen darüber,
wie Hunde und deren Vorfahren, die Wölfe sich verhalten.

Viele dieser Vermutungen haben sich als falsch herausgestellt.

Ein Beispiel so einer falschen Vermutung ist die, dass immer
die „ranghohen“ Tiere zuerst fressen oder andere Mitglieder
auf Wanderungen zuerst führen.

Diese falschen Annahmen, diese „Dominanztheorie“ leitet sich
aus der „Hackordnungstheorie“ von Schjelderrupp-Ebbe ab.

Hierbei wurden im Jahr 1922 Hühner und deren soziales Miteinander
beobachtet. Aus den Beobachtungen ergab sich, dass das
ranghöchste Huhn alle anderen Hühner dominiert, aber umgekehrt
von keinem anderen Huhn dominiert wird.
Dann geht es weiter. Das im Rang folgende Huhn dominiert
die anderen und so fort.
Diese Theorie wurde dann irgendwann einfach auf Hunde übertragen .

Heut weiß man aber, dass das Verhalten der Hunde in ihren sozialen Bezügen
wesentlich komplexer ist, als das von Hühnern und man sich ein Rudel
eher wie eine Familie vorstellen kann, wobei das Rudel durch ein
komplexes System der Arbeitsteilung beschrieben werden kann ( David Mech ).

Ein Hunderudel einfach mit einem Wolfsrudel zu vergleichen,
wäre aber genauso falsch, da im Verlauf der Domestikation
erhebliche Unterschiede entstanden sind, wobei ein wesentlicher
Rückschluss gezogen werden kann:

nämlich dass es in der Sozialstruktur von Hunden und auch
zwischen Hunden und Menschen nicht ständig um Machtpositionen geht.  

Hilfreich  bezogen auf die Strukturen des täglichen Umgangs
mit seinem Hund, sind sicher Vorstellungshilfen wie
„souveräne Führung“ oder gar Elternschaft.

Es gibt kein Bedürfnis nach Rangordnung bei Hunden, welches angeboren ist.

Ein souveräner Führer stempelt seinen Hund nicht zum
Befehlsempfänger ab, sondern gibt ihm die Chance,
innerhalb eines gesetzten Rahmens, zu lernen, sich am Halter
zu orientieren und Sicherheit zu erfahren.

Ein Hund darf und soll genügend Freiräume zur Entfaltung
seiner Hundepersönlichkeit bekommen, was nicht bedeutet,
antiautoritär zu erziehen. Im Gegenteil: der Hund kann die Regeln
im Zusammenleben mit dem Menschen lernen, wenn der Mensch
ihm Lernen ermöglicht.

Nicht jeder Hund verkraftet Bestrafungen. Zudem lassen sich instiktive
Verhaltensweisen, wie zum Beispiel Jagen oder aggressives Verhalten
nur sehr selten durch Bestrafung dauerhaft hemmen.

Bestrafung kann schlimme Nebenwirkungen in Form von hyperaktivem
Verhalten haben. Zudem kann das Ausmaß unerwünschten Verhaltens
eher zunehmen.

Auch effektives Belohnen setzt Kenntnis und Fachwissen voraus,
hat aber  bei weitem keine so ausgeprägten gefährlichen Nebenwirkungen,
wie die Arbeit über Bestrafung.
Zudem heben Fehler beim Belohnen nicht das Vertrauensverhältnis
Mensch-Hund auf im Gegensatz bei Fehlern, die durch Bestrafung entstehen.


Aufbruch zu neuen Ufern der modernen und gewaltfreien Ausbildung !